All good things come to an end

Nach einem erfolgreichen Shopping-Tag in Otavalo ging es mit dem Bus zurück nach Quito – diesmal ohne Verspätungen. Und da waren wir wieder in Quito, wo unsere Rundreise endete. In Quito trafen wir auch Iain wieder, den wir auf unserer Galápagos-Tour kennengelernt hatten.

We took the bus back to Quito after a successful day of shopping in Otavalo, this time without any delays. And so we ended up in Quito again, where our trip had begun. In Quito we also met Iain again, whom we got to know during our Galápagos tour.

DSCN3527Einige Tage blieben uns noch in Ecuadors Hauptstadt und da wir in der ersten Woche schon ziemlich viel gesehen hatten, kannten wir uns schon ein bisschen besser aus. So schlenderten wir drei viel durch die Altstadt, setzten uns hier und da in ein Café oder einen Park und genossen die letzten sonnigen Tage, die wir für eine Zeit lang haben würden. Zu dritt fuhren wir hoch zu der Virgen de Quito – angeblich der einzigen Marien-Statue mit Flügeln. Von dort aus hat man einen großen Ausblick über die Stadt. Auf dem Rückweg nahmen wir den Bus und landeten in einer etwas anderes Ecke als gedacht. Auf unserem Weg zurück in die Altstadt (obwohl wir wahrscheinlich immer noch in der Altstadt waren) kamen wir durch einen großen, überdachten Markt, wo weniger Touristen und mehr Einheimische rumliefen und schnell fanden wir den richtigen Weg zurück.

We had a few days left in Ecuador‘s capital and because we had seen quite a lot during the first week we knew the city a bit better. So we three wandered quite a lot around the old town, rested here and there in a café or one of the parks and enjoyed the last sunny days we would have for a while. One day we took a cap up to the Virgen of Quito – supposedly the only statue of the Virgen Mary with wings. You have a great view of the city up there. On our way back we took the bus and ended up in a bit different place than we thought. Well on our way back to the old town (I guess we were still in the old town though) we came to a big, covered market where there were less tourists and some more natives and soon we found the right ways back.

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Jeden Montag ist bei dem Palacio de Carondelet, dem Präsidentenpalast der Wachwechsel mit anzusehen, der ähnlich wie vor dem Buckingham Palace in London zelebriert wird. Neben einigen Beamten und Schülern winkte uns oben auf dem Palast sogar der Präsident zu.

You can watch the change of guards at the Presidential Palace every Monday, which is a big event and reminds of the Buckingham Palace in London. Even the President of Ecuador was waving next to some guards and students from the top of the palace.

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So gingen auch unsere letzten Tage schnell vorbei und es wurde langsam Zeit heimzufahren. Eigentlich wollten Marieke und ich am selben Tag fliegen. Aber dummerweise hatte ich mich verguckt, sodass wir zwar an dem selben Tag flogen, nur ich früh morgens in der Nacht und Marieke erst abends. Also verabschiedete ich mich von beiden und meine liebe Weggefährten blieb noch eine Nacht länger während ich mich am Abend vorher auf zum Flughafen machte und eine mehr oder weniger unheimliche Taxi-Fahrt erlebte. Im Prinzip passierte gar nichts, nur dass ich so gut wie kein Spanisch spreche und den Taxi-Fahrer nur mäßig bis kaum verstand. Auf die Frage, ob ich den schnellen Weg nehmen wollte, antwortete ich natürlich mit ‘ja‘; warum auch mehr Zeit vertun? Da wusste ich noch nicht, dass der „schnelle Weg“ mitten durch dunkle, verlassene – wie es nachts so ist – Stadtviertel führte, anstatt die Autobahn zu nehmen. Mein mulmiges Gefühl im Bauch wurde noch verstärkt, als der Taxi-Fahrer extra die Türen verriegelte als wir kurz zum stehen kamen. Noch weniger half mir in der Situation, dass ich wahnsinnig Müde war und mir andauernd die Augen zufielen. Ich konnte nur noch hoffen, dass ich rechtzeitig und sicher am Flughafen ankommen würde, was auch so geschah. Ich mache mich immer viel zu schnell verrückt, aber ich war froh, endlich anzukommen.

In this way our last days passed quickly and time came to go back home. Actually Marieke and me wanted to fly back at the same date. But unfortunately I made a mistake and instead I had a really early flight and Mariekes was not before evening. So because my flight was so early I had to go to the airport one day before Marieke and I said good-bye to the two and my dear companion stayed for a night longer in Quito while I had a more or less scary cab ride to the airport. Actually nothing happened except that I cannot speak Spanish and didn‘t really understand the driver. When he asked me if I wanted to take the fast way I said ‘yes‘ of course; why spend more time in the cab? I didn‘t know yet that the „fast way“ went through dark and lonely parts of the city instead of taking the highway. My feeling didn‘t get better when the driver extra locked the doors when we had to stop for a moment. Although the worst thing was that I was extremely tired and my eyelids dropped down the whole time. I could only hope that we would arrive at the airport in time and we did. I‘m always worrying too much but I was happy to be finally at the airport.

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Endlich angekommen… am Flughafen. Plötzlich ging alles wahnsinnig schnell. Alles verlief einwandfrei: der Check-In war ein Klacks, der Flug war pünktlich, ja selbst die Immigration während meines Stopps in Houston war schnell hinter sich gebracht. Ich fühlte mich ein bisschen wie im Delirium. Plötzlich war ich nicht mehr in Ecuador, sondern in den USA. Den Tag hatten wir noch in der Sonne verbracht und plötzlich wartete ich in New York City auf meinen letzten Flug. Der Flug, der mich nach Hause bringen würde.

Nach 102 Tagen nahm meine Reise nun ein Ende. Ich war surfen und bungee jumpen, habe den Blick von den Bergen über Hawaii und die Anden genossen, bin mit Robben, Pinguinen und Haien geschwommen, habe mit TKD angefangen und bin an den wunderschönsten Stränden spazieren gegangen und war an dem friedlichsten Ort der Erde. Aber das ist alles nichts gegen das, was ich von all den wunderbaren Menschen bekommen habe, die mich auf meiner Reise begleitet haben oder die ich dort kennengelernt habe, und ich bin so unendlich dankbar dafür. In Hawaii habe ich ein zweites zu Hause gefunden und Ecuador zusammen mit meiner lieben Marieke war ein großes, buntes und wunderbares Abenteuer. Ich hätte mir keine schöneren 102 Tage vorstellen können und möchte keinen einzigen davon missen.

Finally at the airport… finally? Suddenly everything went so fast. The check in was no problem, the plane was on time, and even the immigration during my stop over in Houston was over quite quickly. I felt a bit delirious. Suddenly I wasn‘t anymore in Ecuador but in the USA again. I had spent the day in the sun and suddenly I was waiting for my last flight in New York City. The plane which would bring me home.

My big trip finally came to an end after 102 days. I went surfing and bungee jumping, enjoyed the view over the mountain ridges in Hawaii and in the Andes in Baños, I swam with see lions, penguins, and sharks, started with TKD and went for a walk at the most wonderful beaches and visited the most peaceful place on earth. But this is nothing against that what I got from all the wonderful people who I traveled with or whom I met during my travels. And I am so endlessly thankful for that. I found a second home in Hawaii. Ecuador was a big, bright and beautiful adventure with my dear Marieke. I couldn‘t have spent any more gorgeous 102 days and I do not want to miss a single one.

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New York war schneebedeckt – der erste richtige Schnee, der mir diesen Winter über den Weg kam. Und mit den Stimmen der Soul- und Tanzgruppe, die auf dem Flughafen in Newark im Rahmen des “Black History Months“ auftrat, machte ich mich auf den Weg zu meinem Flieger; auf den Weg nach Hause.

New York was covered in snow – the first real snow I came across the winter. And with the lovely voices of the soul and dancing company, which performed for the “Black History Month“ at Newark Airport, I made my way to the next flight; my way back home.

Jenny xxx

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Day after Day I

Das neue Jahr begann so schön wie das Alte geendet ist. Am 1. Januar habe ich Dieter und Nicolette zum Essen besucht. Nicolette hat gerade drei Monate auf der Organic Farm von Dieters Yoga-Lehrerin Myra Lewin auf Kauai gewwooft und wohnt für ein paar Tage bei Dieter. Jeden Tag Yoga, ayurvedisches Essen und Farmarbeit – sie hatte eine Menge zu erzählen. Während die beiden noch das Essen zubereitet haben, konnte ich auf der Kaneohe Bay auch endlich mal meine Stand Up Paddle-Künste ausprobieren. Es war ein lauer Abend, die Sonne war schon am untergehen und ich hatte die Bucht fast für mich alleine, herrlich! Wunderbar idyllisch und ich kann wieder einen Punkt, Stand Up Paddling, auf meiner Liste abhacken. Es ist gar nicht so schwierig wie man denkt, eigentlich sogar ziemlich einfach wenn das Wasser so ruhig wie in der Bucht ist.

The new year began as nice as the old one has ended. I had dinner with Dieter and Nicolette on January 1. Nicolette just spend three months wwoofing on Dieter’s Yoga teacher Myra Lewin’s farm on Kauai and spends some nights at Dieters house. Yoga, ayurvedic food and farming everyday – she had a lot tell. While the two were preparing the food I was finally able to test my skills Stand Up Paddling. The evening was calm, the sun was about to go down and I was almost the onlyone in the bay, lovely! And I can check another point on my list. I can say, it isn’t that hard as one could think, especially if the water is as calm as on that day.

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Am nächsten Tag bin ich mit Lauren an die North Shore gefahren. Lauren kenne ich durch MAC und an der North Shore war ich bis jetzt nur das eine Mal, als ich Dieter und Stephen zum Kitesurfen begleitet habe. Erster Halt war die Dole Plantage wo wir das wohl beste Ananas-Eis überhaupt gegessen haben. Danach ging es weiter, durch Haleiwa zur Waimea Bay. Das Wasser war uns allerdings zu wild zum baden, also nur in die Sonne gelegt und geredet.

On the next day I went with Lauren to the North Shore. I know Lauren through MAC and I had only been once to the North Shore when I watched Dieter and Stephen kitesurfing. Our first stop was at the Dole Plantation where we had the best pineapple ice cream at all. Afterwords, we went to Waimea Bay. But the water was to wild to swim. So we just lay down in the sun and talked.

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Lauren ist vor eineinhalb Jahren mit ihrer Familie nach Hawaii gezogen. Davor hat sie in Kalifornien Modedesign studiert. Jetzt startet sie gerade ihre eigene Sportmodelinie unter dem Namen Inside Out. Ihre T-Shirts sind leicht, super flauschig und umweltfreundlich (70% Bambus, 30% Organisches Baumwolle). Jedes Shirt ist dezent mit einer Reihe von Worten wie Liebe, Geduld oder Selbstkontrolle bedruckt und erinnern einen so auch beim Sport, daran zu arbeiten. Über den physischen Aspekt arbeitet man so gleichzeitig an seinem Inneren – von innen heraus nach draußen, inside out. Ich finde die Idee wirklich sehr besonders und kann ihre T-Shirts nur wärmsten empfehlen! Ich konnte selbst schon eins im Training testen und bin begeistert!

Lauren moved with her family to Hawaii one and a half years ago. Before that she studied fashion design in California. She is just starting her own fashion line with the name Inside Out. Her shirts are light, super soft and eco-friendly (70% Bamboo, 30% Organic Cotton). Every shirt has printed a small row of words like love, patience or sekf-control which remember one to work on even during the workout. In this way you work also on your inside on top of the physical aspect – inside out. I reakky like her idea and highly recommand her shirts! I was able to test one during my trainng and was so amazed!

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Nach einem hervorragendem Ahi-Sandwich in Haleiwa sind wir dann zum Turtle Beach gefahren, wo wir gleich drei Schildkröten gesehen haben, diesmal mit allen Flossen. Es wäre nun wirklich gelacht, wenn ich nicht einmal dort welche gesehen hätte, nachdem ich sie immer so knapp verpasst habe! Auch wenn die Wellen immer noch relativ groß zum Schwimmen waren, haben Lauren und ich uns dort ins Wasser gewagt und wurden regelrecht hin und her geschwemmt – was für ein Spaß! Man muss nur rechtzeitig untertauchen wenn nicht von einer großen Welle direkt ins Gesicht getroffen werden möchte.

After a delicious Ahi Sandwich in Haleiwa we went to Turtle Beach where we even saw three turtles at once. It would be ridiculous if I wouldn’t have seen any on this beach after I missed them all the time! Although the waves were still pretty big, Lauren and I went swimming and got a good shaking – it was such a big fun! You just have to dive under before a big wave hits your face.

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„Dramatisch“ – den Regen haben wir an dem Tag zum Glück immer perfekt abgepasst, sodass wir immer gerade drinnen waren.

Am Freitag haben wir beim Tae-Kwon-Do ins neue Jahr angekickt. Für die, die ich noch nicht damit zugequatscht habe: Kurz nachdem ich von Big Island wieder gekommen bin, habe ich angefangen, Tae-Kwon-Do-Stunden bei MAC zu nehmen. Gleich als ich bei einigen Stunden zuschaute, kam in mir so ein tiefes Gefühl auf: Das ist es, was ich machen möchte. Wieder ein großer Glücksfall, denn eigentlich gibt es dort kein Tae-Kwon-Do für Erwachsene. Bis jetzt. Master Bishaw, der MAC aufgebaut hat, hat sich jedoch vorgenommen, noch eine letzte Gruppe von Weißgurten bis zum Schwarzgurt zu bringen. Und das gerade zu der Zeit, die ich hier bin. Ich bin jedes Mal wieder erstaunt, was sich hier alles ergibt! Kurz vor Weihnachten habe ich auch bei einem Black Belt Test zugeschaut und war zutiefst beeindruckt – vor allem von dem neunjährigen Ayja, der nun der jüngste Schwarzgurt in der Geschichte von MAC ist. Meine Freundin Kim vom Kickboxen und ihren Sohn Nicholas habe ich erst gen Ende bemerkt, so gebannt habe ich alles verfolgt. Ich freue mich sehr über diese riesige Chance und darüber, endlich wieder Uniform und Gurt zu tragen!

On Friday we kicked in the new year at Tae-Kwon-Do class. For those I didn’t tell yet: I started to take Tae-Kwon-Do classes at MAC right after I came back from Big Island. While I was watching some classes I got a deep feeling that this is what I want to do. And again, I was so lucky because usually they don’t offer TKD for adults. Until now. Master Bishaw , who started MAC, decided to teach one last group of White Belts to their Black Belt. And this just to the time I am in Hawaii. I am alsways so surprised about all the things that are working out during my stay! I watched a Black Belt Test just right before Christmas and was deeply impressed – especially by the nine year old Ayja who is now the youngest Black Belt in the history of MAC. I only recognized my friend Kim from Kickboxing and her sun at the very end because I was watching so concentrated. I am so incredibly happy about this great opportunity and I am glad to where a uniform and a belt again!

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Fortsetzung folgt // To be continued

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Zwischen 2013 und 2014

Meine letzten Tage im Jahr verliefen relativ ruhig. Die Woche habe ich auf Stephen und Majas Haus aufgepasst, wo wir auch Heiligabend gefeiert haben. Dafür bin ich von der Kaneohe Bay nach Entchanted Lakes in Kailua gezogen. Housesitting ist hier relativ üblich und ich habe es genossen, für ein paar Tage mein ganz eigenes Haus zu haben. Mit dem Housesitting kam aber nicht nur ein eigenes Haus, sondern auch jede Menge Haustiere. So hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Hund, zwei Katzen und dazu noch ein Meerschweinchen, Fische und ein Kamelion. Es war definitiv eine komplett neue Erfahrung, Haustiere zu haben, und dann gleich so viele. Aber Hoku, der Hund, und ich hatten eine gute Zeit zusammen und die Katzen sind wohl die Anhänglichsten der Welt. So habe ich letztendlich immer einen Hund an meiner Seite oder eine Katze auf meinem Schoß gehabt.

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Sunny & Little Cat

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Vom Hintergarten aus hat man einen einwandfreien Blick auf den O’lomana mit seinen drei Gipfeln.

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Hoku

Hoku

An meinem vorerst letzten Tag bei Dieter, sind wir morgens zum He’eia State Park gefahren, wo Dieter jeden Montag und Freitag Morgen Tai Chi unterrichtet. Der Ort war wirklich wunderschön und friedlich, direkt an der Kaneohe Bay, von drei Seiten umgeben von Wasser, mit Blick auf die Berge. Tai Chi wollte ich schon immer mal ausprobieren und dieser Ort war einfach perfekt. Das Tai Chi selbst hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Hinterher habe ich mich richtig ruhig und entspannt gefühlt.

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Ko’olau Mountain Range, davor ein alter Fishpond, der gerade restauriert wird

Anschließend sind wir zum Valley of the Temples gefahren, wo ein Nachbau des Byodo-In Tempels in Kyoto steht. Die Tempelanlage, die zu Ehren der ersten japanischen Einwanderer errichtet wurde, ist, trotz der vielen Besucher, ebenfalls ein wunderschöner, friedlicher und zugleich exotischer Ort. Der Teich ist über und über gefüllt mit Koi Karpfen, Schwarze Schwäne und Pfauen laufen frei herum. Und ein kleine Schildkröte, die sich in der Sonne sonnte, haben wir auch gesehen. Im Anschluss gab es Sushi – ein richtig schöner, asiatisch angehauchter Morgen. Und Japan bekommt einen der höheren Plätze auf meiner Reise-Liste!

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Bevor man den Tempel betritt ist es Brauch, die große, heilige Glocke zu läuten, um den Kopf von bösen Geistern zu befreien.

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Das war leider auch Karens letzter Tag. Am Abend haben wir es uns in meinem neuen zu Hause noch einmal richtig gemütlich gemacht. Am nächsten Morgen dann wie gewohnt zu Lanikai Juice, bevor ich sie zum Bus Richtung Flughafen gebracht habe. Umso weniger wollte ich untätig herumsitzen und meine eigene Abreise abwarten. Also habe ich mich am Tag darauf kurzerhand in den Bus zum Sea Life Park gesetzt, um von daaus zum Makapuu Lighthouse zu hiken. Bis zum eigentlichen Hike ist es zwar nicht lange, der Weg dorthin war aber mal wieder ein Beweis dafür, dass ein Auto hier nicht nur nützlich, sondern auch sicherer ist: Auf dem Seitenstreifen an einem vollbefahrenem Freeway um die Ecke zu gehen, wo alle übermütig Richtung Sandies rasen, ist nicht unbedingt die angenehmste Sache – vor allem nicht, wenn man die Wahl hat, an einer Felswand oder einer Klippe, neben der es steil ins Meer geht, entlangzulaufen. Ich habe mich für die Felsseite entschieden.

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Wie auch immer, ich habe es jedenfalls heil zum Hike geschafft. Bei dem „Hike“ handelt es sich allerdings vielmehr um einen asphaltierten Weg – sehr angenehm also. Neben den vielen anderen Ausflüglern begann ich meinen Weg nach oben. Am Ende erwartete mich ein Blick auf Makapuu Beach, wo sich viele Boogieborder tummeln und ein schwacher Regenbogen. Etwas ab von allen, kraxelte ich noch ein bisschen weiter, um an einem ruhigen Plätzchen mein Lunch und die Aussicht zu genießen. Es war so klar, dass man bis nach Molokai rüberschauen konnte. Wale konnte ich aber leider keine entdecken.

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Als es anfing zu nieseln, habe ich mich dann lieber schnell auf den Rückweg gemacht. Zum Glück, ohne in einen heftigen Regenschauer geraten, diesmal an der Klippenseite entlang, ging ich erfüllt zur Bushaltestelle zurück.

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Makapuu Beach

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Für New Year’s Eve hatte ich nichts geplant, außer die Tiere, vor allem Hoku, so gut es geht zu beruhigen. Mittags habe ich mit meiner Familie geskypt und bin mit ihnen schon vorzeitig ins neue Jahr gerutscht. Da Hawaii einer der letzten Orte auf der Welt ist, wo das neue Jahr ankommt, hatte ich noch einen halben Tag vor mir und ich befand mich für ein paar Stunden regelrecht zwischen den Jahren – nicht mehr 2013, aber auch noch nicht 2014. Auf einen besinnlichen Abend eingestellt, bin ich zu meinem Lieblingsstrand gefahren und habe die untergehende Sonne genossen.

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Kailua Beach

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Aber wie es mir bisher auf meiner Reise so häufig passiert ist, hat sich dann doch noch etwas ergeben: Auf dem Heimweg habe ich Stephens Bruder Andrew getroffen, mit dem wir auch Heiligabend zusammen verbracht haben. Er hat mich spontan zu einer Silvester-Party im Yacht Club an der Kaneohe Bay mitgenommen. Dort sind wir mit einer großen Gruppe auf einem Katamaran raus zur Sandbank gefahren und haben Weihnachtsbäume verbrannt. Unter einem Sternenhimmel mitten in der Bucht zu stehen und das alte Jahr zu verabschieden hatte wirklich was Besonderes! Wieder im Yacht Club haben wir uns noch das freie Buffet schmecken lassen, bevor es zurück nach Hause ging. Um Mitternacht war ich also wieder alleine mit meinen Tieren, hatte aber trotzdem einen unvergesslichen Abend.

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Da Feuerwerke hier illegal sind, wurde hier nicht so lange, dafür aber doppelt so laut mit der Schmuggelware geknallt. Vom Garten hinter dem Haus hatte ich einen wunderbaren Blick und habe im mehr oder weniger Stillen das neue Jahr begrüßt. 2013 war ein super spannendes Jahr für mich, indem viel passiert ist, aber wie ich beim Tae-Kwon-Do gelernt habe: The biggest room is the room for improvement.

In diesem Sinne euch allen nur das Beste für 2014!

Eure Jenny

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Don’t take a banana on a boat!

Hui die letzten Tage habe ich mal wieder so viel erlebt. Hier ein kurzes und ein weniger kurzes Update: Ich war Hiken, auf Molokai, habe bei einem Art Sale geholfen und am Donnerstag habe ich mein erstes Thanksgiving gefeiert!

Am Thanksgivingmorgen sind wir aufgestanden, um mit Dieters Nachbarn ihre jährliche Bootstour zu machen. Mit etwa zehn anderen und ebenso vielen Surfbrettern ging es raus in die Kaneohe Bay. Surfen macht mir nach wie vor unheimlich viel Spaß, auch wenn ich das noch nicht so oft gemacht habe.

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Vom Wasser aus hat man doch immer den besten Blick!

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Noch spektakulärer als das Surfen in der Kaneohe Bay war allerdings die Rückfahrt: Dieter hatte mich vor dem Trip noch daran erinnert: „Don’t take a banana on a boat.“ – das soll Unglück bringen. Etwas verwundert war ich also, als eine Frau seelenruhig eine Banane aß. Nun gut dachte ich mir, ist ja nur ein Sprichwort. Aber das Unglück ließ nicht lange auf sich warten: Kurz bevor wir seichteres Wasser erreichten, ging der Motor aus. Und das war’s. Nach kurzem Stocken blieb er aus und ging nicht wieder an. Um an Land zu kommen, mussten zwei der Truppe ins Wasser springen und mit dem Ankertau das Boot ziehen. Zum Glück war das Wetter gut und alle hatten ihren Spaß. Der Motor blieb jedoch nach wie vor tot. Nach einer Weile fragte jemand Julie, ob sie die Bananenschale noch hätte. Ja, meinte sie, weil sie das Wasser nicht verschmutzen wollte. Und genau in dem Moment, als sie die Schale schließlich über Bord warf, ging der Motor an und wir konnten zurück zu unserem Thanksgivings-Vorbereitungen. Ob an anderen Sprichwörter wie „Don’t take a pig over the Pali.“ oder „Don’t take cheesecake over the Brooklyn Bridge.“ also auch was dran ist?

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Abends kamen dann ein paar Freunde von Dieter und wir hatten ein vorzügliches Thanksgiving Dinner. Jeder brachte etwas mit und so hatten wir vegetarische Lasagne, mashed Sweet Potatoes, Salat, Greens und natürlich Turkey, Stuffing, Gravy und Cranberry-Soße! Ein Pumpkin Pie als Dessert durfte auch nicht fehlen! Es war eine sehr gemütliche Runde und am Ende des Abends war jeder pappsatt und wir hatten noch einen ganzen Berg übrig. Schade, dass wir Thanksgiving nicht in Deutschland feiern, es ist wirklich ein sehr schöner Brauch. Vielleicht kann ich es ja zumindest in meiner Familie einführen – alleine wegen des Pumkin Pies!

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Unsere obligatorische Jam Session fand natürlich auch statt ;-)

Am nächsten Morgen hat Dieter mich dann zum Honolulu Airport gefahren, wo ich Yeayin getroffen habe. Yeayin ist ein enger Freund von Suzanne und ihrem Mann Roland und hat mich am Freitag mit nach Kalaupapa auf Molokai genommen. Kalaupapa ist die ehemalige Lepra-Kolonie Hawaiis, wohin die Lepra-Kranken verstoßen wurden, und heute für die Öffentlichkeit unzugänglich. Was für ein Glück also, dass ich ein paar Tage zuvor Yeayin kennengelernt hatte, der eine besondere Erlaubnis für das Gebiet hat und dort kleine Touren veranstalten darf! In einem winzigen Flugzeug mit noch drei weiteren ging es auf nach Molokai. Damit war das Flugzeug auch voll besetzt. In einem kleineren Flugzeug bin ich nur vor Jahren mit meinem Vater nach Juist geflogen. Am Diomond Head vorbei ging es Richting Molokai. Das Wetter war soweit klar und beim Anflug hatten wir einen Wahnsinnsblick auf die höchsten Klippen der Welt.

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An dem ebenfalls winzigen Flughafen wartete schon der Rest der Gruppe und gemeinsam stiegen wir in einem alten, ratternden Schulbus, indem wir Kalaupapa erkundeten. Dort leben heute kaum noch Menschen. Die neun verbliebenen Lepra-Kranken bekommen ein Haus vom Staat gestellt, das nach ihrem Tod wieder an diesen zurück geht. Ansonsten wohnen dort eigentlich nur noch ein paar Nature Guards. Wir besuchten alles, was es in Kalaupapa zu sehen gibt: Die Kirche, den Hafen, den Bookshop und die Ruinen des niedergebrannten Krankenhauses.

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Anschließend ging es weiter an die Küste wo wir zu Mittag gegessen haben; die meisten nur Sandwiches, ich Thanksgiving Leftovers – Mjam! Es hat schon eine gewisse Ironie, dass dieser wunderschöne Ort früher als Unberührbar galt und nun alle nur zu gern Kalaupapa einmal besichtigen würden. Tatsächlich herrscht dort eine komplett andere Athmosphäre, kaum zu vergleichen mit dem großen, geräuschvollem Honolulu. Alles ist ruhig und irgendwie friedlich. Die Natur ist roh und unberührt. Ich hätte Stunden lang an den Klippen stehen können und den riesigen Wellen beim Brechen zuschauen können. Es war wirklich ein einmaliges Erlebnis!

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Die Kirchenkatze diente einst als Ersatz für die Mütter, dessen Kinder nach ihrer Geburt von ihnen getrennt wurden. Heute wird sie von den Tourguides versorgt.

Damit fing das Wochenende jedoch erst an! Am Samstag morgen sind wir schon früh nach Honolulu gefahren, denn ich habe den Honolulu Printmakern bei ihrem jährlichen Verkauf von ihren Drucken im Honolulu Museum of Art School geholfen. Dieter hatte mich auf den Impressions Sale seiner Gruppe aufmerksam gemacht und ich habe gerne zwei Tage beim verkaufen und einpacken geholfen und so viele nette Künstler aus Hawaii kennengelernt. Am Abend haben mich Suzanne und Roland abgeholt und mir die berühmten Honolulu City Lights gezeigt.

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Am nächsten Tag ging es wieder zum Impressions Sale und anschließend zum Adventskonzert in Suzannes Kirche. Es fühlt sich für mich noch überhaupt nicht so an, als wäre bald Weihnachten. Normalerweise bin ich schon Wochen vorher in absoluter Weihnachtsstimmung, aber hier befinde ich mich gefühlt im Hochsommer, auch wenn überall schon Weihnachtsmusik läuft und alles geschmückt ist. Das Konzert hat mich dann aber doch ein bisschen festlich gestimmt.

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Am Montag bin ich nach meiner üblichen Kickbox-Stunde mit Kim, die ich von dort kenne, zu den Pillboxes gehiket. Den Tag davor und am Nachmittag hat es mal wieder wie in Strömen gegossen, aber als wir hiken waren, schien die Sonne und oben empfing uns eine wunderbare Aussicht mit strahlendblauer Himmel. Abends habe ich dann vor meiner zweiten Stunde bei Phase 2 vom Tae-Kwon-Do zugeschaut, wo auch Kims Sohn mitmacht. Die Einstellung und Techniken der Kinder und Jugendlichen zu sehen war sehr beeindruckend und inspirierend – Tae-Kwon-Do ist total faszinierend und interessiert mich immer mehr!

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Nā Mokulua – Die Zwillingsinseln vorm Lanikai Beach

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So, das war alles, was ich in den letzten paar Tagen gemacht habe. Ich hoffe, dass das nicht zu viel auf einmal war! Jeden Tag erlebe ich hier etwas Neues, Aufregendes. Das ist so wunderbar!

Bis bald,

Eure Jenny

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My ambition!

Im meinem letzten Post hatte ich euch noch etwas vorenthalten: Ich habe hier, in Kailua, wieder mit Kickboxen angefangen!! :-)
Seit ich ab August bei ambition angefangen habe zu arbeiten, habe ich sehr intensiv Kickboxen trainiert und mit Modern Arnis angefangen. Das fiel jetzt ja erstmal beides weg und ich habe mein tägliches Training bisher sehr vermisst. Schon bevor ich losgezogen bin, war für mich klar, dass ich auch hier weiterhin eine Kampfkunst ausüben möchte, sei es nun Kickboxen, Modern Arnis oder etwas anderes.

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In Kailua habe ich nun eine wunderbare Kampfkunstschule gefunden, die auch Kickboxen anbietet. Martial Arts Company Hawaii (MAC) ist zwar auf Tae-Kwon-Do ausgerichtet, die Kickbox-Klassen sind weniger formal und es gibt dafür kein Gurtsystem. Aber es ist ein super Workout, mit vielen ähnlichen Übungen wie zu Hause. Die Techniken sind teilweise neu oder etwas anders, aber ich habe großen Spaß daran, endlich wieder etwas in die Richtung zu tun und einen gewissen Ablauf für die Woche zu haben:
Montag und Donnerstag morgens schwinge ich mich nun auf mein entchengelbes Rad und düse los zum Training. Mittlerweile kenne ich mich immer besser in Kailua aus. Nachher geht’s mit einem frischgepressten Smoothie von Lanikai Juice und einem kleinen Snack von Kalapawai zum Kailua Beach Park. Und abends dann eine weitere Trainingseinheit.

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Ich bin zwar noch nicht lange da, aber alle sind super nett und ich fühle mich dort richtig wohl. Mir hat die Dojo-Atmosphäre doch sehr gefehlt – besonders, als am Samstag bei ambition eine Kickbox-Prüfung war, bei der ich sehr gerne dabei gewesen wäre. Als ich daraufhin am Montag morgen (ich war gerade erst das dritte Mal da) erzählte, wie sehr ich meine ambition-Familie vermisse, bekam ich eine so wunderbare, rührende Antwort: „Dann werden wir deine Ersatz-Kickbox-Familie!“ Ja, ich bin definitiv am richtigen Ort gelandet!

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ambition – auch wenn ich die Reise in vollen Zügen genieße, ich vermisse euch alle und die „crazyness“ unheimlich doll! Auf facebook sehe ich schon, was ich alles verpasse und freue mich schon darauf, nächstes Jahr wieder bei euch zu sein! It’s definitely the place where all the fun is! Danke, danke, danke Shihan, Sempai Petra und Master Gaby, dass ihr mich so wunderbar auf meine Reise vorbereitet habt, ich hätte es gar nicht besser haben können! Bis zu meiner Rückkehr kann ich euch versichern, dass ich bei MAC in sehr guten Händen bin!

Eure Jenny

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