Oh-oh-Otavalo

Oh je, die Zeit vergeht wie im Flug und ich komme gar nicht mehr hinterher, über alles zu berichten. Aber auch in Puerto Lopez endete unsere Reise Anfang des Jahres durch Ecuador noch nicht. Als nächstes stand das kleine Städtchen Otavalo, nördlich von Quito auf dem Plan. Bekannt ist Otavalo vor allem für seinen großen, farbenfrohen Markt. Besonders an Wochenenden erreicht er riesige Ausmaße, was wir uns nicht entgehen lassen wollten.

Oh boy, time goes by so fast and there is still so much to report about. But our trip to Ecuador at the beginning of this year didn‘t end in Puerto Lopez. We wanted to stop next in the small town Otavalo, northern to Quito. Otavalo is famous for its huge, colourful market, which becomes extra big during the weekends, and which we didn‘t want to miss.

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Unsere Anreise verzögerte sich allerdings um so einiges, sodass wir nicht wie geplant am frühen Abend, sondern am frühen Morgen ankamen. Am sehr frühen Morgen – um genau zu sein um drei Uhr nachts. Als wir nach einer rund zwölfstündigen Fahrt endlich in Quito ankamen, fuhren an dem Busbahnhof dort zunächst keine Busse mehr nach Otavalo. Nach längerem Warten und mehrfachem Anstellen in verschiedenen Schlangen, wurde dann doch noch eine Möglichkeit für uns und die vielen anderen Menschen, die ebenfalls dorthin wollten, gefunden. Also ging es einmal quer durch die Stadt zu einem anderen Busbahnhof. Dort angekommen waren Schalter fast alle Schalter geschlossen, doch zu unserem Glück fanden wir bald den Richtigen geöffnet. Ein Busticket nach Otavalo wurde gekauft und in der mittlerweile nächtlichen Kühle gewartet. (Es war so „kühl“, dass wir uns all unsere wärmsten Sachen übereinander anziehen mussten.) Nur noch zwei Stunden im Bus, dann würden wir endlich in Otavalo sein. Dachten wir uns.

Dank dem zuvorkommenden Busfahrer, der mit keinem einzigen Wort die Haltestelle ankündigte, fuhren wir prompt dran vorbei und so wären wir womöglich noch lange gefahren, wäre nicht bald die Endstation gekommen. Was gibt es schöneres, als mitten in der Nacht in einer wildfremden Stadt in Ecuador zu sein, ohne zu wissen, wo sich diese genau befindet? Bestimmt nicht nachts in einer fremdem Stadt rumzulaufen und kein Hostel zu finden. In genau dieser Situation befanden wir uns jedoch, als wir uns ein Taxi “zurück“ nach Otavalo genommen hatten. Denn inzwischen waren es so spät, dass sämtliche Hostals schon geschlossen hatten. Wir hatten uns schon damit abgefunden, die Nacht auf dem Marktplatz durchzumachen, als wir doch noch zufällig auf eins mit 24-Stunden-Rezeption stießen – unsere Rettung! So konnten wir wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf bekommen.

But our journey to Otavalo got unexpectedly long so that we didn‘t arrive before morning the next day instead of the early evening. We arrived veeery early – rather at 3 am. When we finally arrived in Quito after a twelve-hour bus ride there were no busses to Otavalo anymore. We had to wait for a while but luckily they found another bus for us and the many other people, who wanted to go there as well. Therefore we had to take another bus to get to the other side of the city. But when we arrived there all the counters were shut. Luckily – again – the right one opened soon. We bought a ticket and had to wait – again – during the night got colder and colder. (It got so cold that we had to take all of our warmest clothes and put them on in layers.) Only two hours left in the bus and we would finally arrive in Otavalo. At least that‘s what we thought.

Thanks to the friendly bus driver, who didn‘t announce a single stop, we passed the right one. We would have stayed in the bus probably a long time if the last stop wasn‘t too far. What is nicer than wandering around a town in Ecuador you do not know at all in the middle of the night without knowing exactly where you are? Definitely not wandering around a town you don‘t know without finding a hostel. But this was the exact situation we were in after we took a cap “back“ to Otavalo. Because meanwhile it was too late for all the hostels to be open. We were seeing us already spending the night on the marketplace when we incidentally found one that was open 24 hours – our saving! So at least we could gather some hours of sleep.

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Am nächsten Morgen machten wir uns zu dem großen Tiermarkt auf, um uns das Spektakel einmal anzuschauen. Schnell wurde uns der Anblick der dürren, zusammengepferchten Tiere jedoch zu viel. Das hatte ich mir dann doch etwas anders vorgestellt.

On the next morning we went to see the big animal market. But soon we had enough of seeing the skinny, penned up animals. We thought we would be a lot different.

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Dafür war ist Handwerksmarkt in Otavalo umso schöner – ein Meer aus Farben erstreckt sich über der Stadt, in allen Straßen, wo man nur hinschaut, sind Stände mit allem was das Herz begehrt. Von Schmuck aller Art, Stiefeln, Decken, Hängematten… Alles war einfach so schön und farbenfroh! Den halben Tag verbrachten wir damit, durch die Straßen zu bummeln und Dinge für unsere Liebsten und uns zu erwerben. Dann ging es wieder zurück nach Quito, der letzten Station auf unserer Reise.

 In return the craft market was even nicer – bright colours across the whole town, in every street people sell everything that you can imagine. You can buy jewellery, boots, blankets, hammocks, everything… And everything was so bright and beautiful! We spend half of the day walking in Otavalo and buying things for our loved ones and us. After that we went back to Quito, the last stop on our trip. 

Jenny xxx

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Pizza and Chocolate Cocktails in Puerto Lopez

Nach einer wieder einmal langen Busfahrt, wie wir es inzwischen gewohnt waren, kamen wir abends in Puerto Lopez, einem kleinen Hafenstädtchen am Meer an. Ein schönes Hostal mit etlichen Hängematten im Innenhof war wie so oft schnell gefunden. Bisher hatten wir eigentlich jedes Mal Glück damit gehabt, obwohl wir uns immer erst spontan vor Ort umgeschaut hatten. Da wir seid mittags nicht mehr viel gegessen hatten, zogen wir los, um uns auf die Suche nach etwas zu essen zu machen und Puerto Lopez ein bisschen zu erkunden. Unser Hostel hätte keine bessere Lage haben können, gleich zwei Straßen weiter stießen wir auf den Strand. Dort folgt zwar ein Restaurant auf das andere, dennoch gestaltete sich unsere inzwischen fast verzweifelte Suche nach einem warmen, vegetarischen Gericht etwas schwierig: Zu der späten Stunde waren die meisten gerade am Schließen und bei den anderen war für uns nicht wirklich was dabei. Unsere einzige Rettung war ein kleiner Stand, der frische Pizza anbot. Etwas weiter entfernt der vielen Bars, die sich entlang des Strandes aneinanderreihen, setzten wir uns zufrieden in den Sand und genossen es, endlich wieder – nach nur zwei Tagen – am Meer zu sein. Was für ein Gefühl, ins Wasser zu laufen und die Wellen gegen die Beine schwappen zu spüren! Dass der Strand vor Ort nicht der Allerschönste war, war mir in dem Moment egal, Hauptsache, wir waren wieder am Meer, weit weg von der Großstadt. Wenn ich so zurückdenke und mir vor Augen führe, dass ich seid fast vier Monaten nicht mehr am Meer war, kommt mir das unvorstellbar lang vor. Wie in Hawaii jeden Tag zumindest nur für einen kurzen Moment am Strand zu sein, vermisse ich wirklich!

After a long bus ride, what we got used to in the meantime, we arrived in Puerto Lopez, little seaport, in the evening. We found a nice Hostal with a lot of hammocks in the courtyard pretty fast. Until now we were actually always pretty lucky when it came to looking for a place to sleep although we were always looking spontaneously for one once we arrived in a new place. Because we hadn‘t really eaten that much since midday we went off to find something to eat and explore Puerto Lopez a bit. Our hostel couldn’t have been in a better location, the beach was just two corners away. Although there is one restaurant after another it was harder to find something warm and veggie to eat than it seemed because most of them were already closing. Our only rescue was a small booth with fresh pizza. We sat down happy, a bit aloof from the many bars, which line along the beach, an enjoyed being finally – after just two days – back at the sea. Imagine the feeling of running into the water and feel the waves swashing against your legs! For the nonce I didn‘t care that the beach wasn‘t the prettiest, the main things was that we were back at the sea, far away from the big city. If I look back and visualize that I haven‘t seen the ocean for almost four months, it seems incredibly long ago. I really miss being at the beach every day, even just for a moment, like in Hawaii!

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Den nächsten Tag begannen wir in aller Ruhe mit einem ausgiebigen Frühstück. Wir waren uns einig, dass wir nicht viel unternehmen wollten, also verbrachten wir den Tag am Strand und gingen nur einmal kurz zurück ins Hostel, um uns abends etwas Wärmeres überzuziehen. Uns wurden allerlei Touren zum nahegelegenen Nationalpark angeboten, wo wir sogar Bluefooted Boobies zu Gesicht bekommen könnten, wie uns die Anbieter vorschwärmten. Sie konnten ja nicht ahnen, dass wir gerade von den Galápagos Inseln kamen und eine ganze Woche lang diese und noch ganz andere Tiere aus nächster Nähe gesehen hatten. Also sparten wir uns das Geld und blieben in unseren Hängematten liegen. Schwimmen waren wir zwar nicht, aber einfach mal nur zu faullenzen, lesen und in den Tag hinein zu leben war genau das was wir nach dem großen, lauten Guayaquil brauchten. Einen Bluefooted Booby ist uns dann sogar auch noch über den Weg gelaufen. Und als wäre das noch nicht genug, stießen wir auf den wohl besten Cocktail überhaupt: Wenn ihr jemals auf einen Schokoladen-Cocktail stoßen solltet, probiert ihn, denn dieser war so vorzüglich, dass wir jeder gleich zwei davon haben mussten!

We started the next day completely unhurried with a large breakfast. We both agreed that didn‘t want to do much today so we spend the day at the beach and only went back to the hostel to get some warmer clothes in the evening. We were offered several tours to the National Park near by where we possibly could have seen Blue-footed Boobies, how we were told by the Guides as they tried to satisfy us. But they couldn‘t know that we just came from the Galápagos Islands where we got so close to these and a whole lot other wild animals that we were only a few steps away. Thus we saved the money and stayed in our hammocks. We didn‘t go swimming but just to relax, read and live for the moment was exactly what we needed after the huge and noisy Guayaquil. We even ran into a Blue-footed Booby as well. And on top we got to try the most amazing cocktail ever: If you ever come across a chocolate cocktail, try it! This one was so delicious that we both had to have two each!

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Nachdem wir in Puerto Lopez wieder neue Kraft geschöpft hatten, ging es am nächsten Morgen auf zum dem großen Markt in Otavalo. Aber auf welch abenteuerliche Art wir dort ankamen, erzähle ich euch beim nächsten Mal!

Bis dahin genießt die Sonne!

After we had filled up our energy again we left Puerto Lopez the next day to head to the big market in Otavalo. I will tell you the next time on which adventurous way we got there!

Until then, enjoy the sun!

Jenny

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Back to Reality

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Von den Galápagos Inseln ging es also zurück nach Guayaquil. Von dem friedlichsten Ort der Welt in die größte Stadt Ecuadors – größere Gegensätze hätte es nicht geben können! Als wir aus dem Taxi auf die lautbefahrene Straße stiegen, traf es uns wie ein Schlag – so viele Autos, so viele Menschen, so viel Lärm. Es war einfach alles zu viel. Dafür aber kaum Natur, nur eine große, neue Promenade entlang des versifften Flusses, von freilaufenden Tieren ganz zu schweigen. Anstelle der sauberen Sandstrände trat verdreckter Asphalt. Ich war den Tränen nah, so elendig war mir zu mute von diesem Kulturschock.

Eventually we went from the Galápagos Islands back to Guayaquil. From the most peaceful place in the world to Ecuador’s biggest city – there couldn’t have been any bigger opposites! Getting out oft he cab was like getting slapped in the face – so many cars, so many people, so much noise. Everything was just way too much. Therefore there was almost no nature, just a huge, new promenade along the raunchy river, not to mention that there were no wild animals at all. Instead of long, clean sandy beaches there was just dirty asphalt. I felt so miserable by this cultural shock I had to fight back my tears.

DSCN3353 DSCN3375 DSCN3373 Schnell checkten wir in unserem gebuchten Hostel ein. Wenigstens damit hatten wir Glück: Direkt am Fluss Malecón, sauber und gemütlich, mit lauter kleinen Sitzecken und Hängematten. Abgesehen von der mehr oder weniger erfolgreichen Suche nach etwas Vegetarischem zu essen verließen wir diesen kleinen Rückzugsort an diesem Tag nicht mehr. Es glich schon fast einer Oase über all diesem Lärm. Wäre da nicht das Wifi gewesen. Sobald ich mein Handy verbunden hatte überkam mich gleich der zweite Schock: 16 Mails, 13 Whats App-Nachrichten, 16 Snapchats und weit über 100 facebook-Nachrichten. Ich war schlichtweg überfordert, nachdem wir eine Woche lang kein Handyempfang, noch Internetzugang hatten. Viel zu schnell wurden wir aus der Idylle der letzten Woche zurück in die Realität gerissen. Unsere Endscheidung war glasklar: Hier bleiben wir nicht noch eine Nacht länger. Wir wollten eh schnell weiter an die Küste, um alles zu schaffen, denn mittlerweile waren insgesamt schon über zwei Wochen vergangen. Halbzeit unserer Reise durch Ecuador war verstrichen.

We escaped to the hostel that we had booked before and quickly checked in. At least we were lucky with this: It was directly at the river Malecón, clean and cosy with lots of lounges and hammocks. We only left our little retreat place when we went to look for some vegetarian food on that day, which worked out more or less. It almost equalled an oasis above all this noise. If there wouldn’t have been any wifi. As soon as I had connected my phone I was shocked for the second time: 16 mails, 13 whats app massages. 16 snapchats and far over 100 facebook messages. I was completely overstrained after we had lived without any working phones or internet for the last whole week. We were pulled out of the last week’s idyll and got pushed back into reality way to fast. Our decision was crystal clear: We are not staying one more night. Actually we wanted to go quickly to the coast anyways to see everything we wanted in time because meanwhile we were traveling together for over two weeks. The first half of our trip was already over.

DSCN3343 DSCN3345Wir nahmen uns also vor, am nächsten Nachmittag den Bus Richtung Küste, zurück ans Meer, zu nehmen. Vorerst trafen wir jedoch noch Emma, die wir aus Hamburg kennen und die in Guayaquil gerade ein Auslandsjahr verbringt. Zusammen fuhren wir in die farbenfrohe Altstadt, schlenderten am Malecón entlang, tranken Orangensaft aus riesigen Bechern und aßen Kuchen bei Sweet and Coffee, einer Starbucks-ähnlicher Kette mit einer riesigen Auswahl an süßen, klebrigen Torten und Törtchen. Es war so schön, Emma nach so langer Zeit wieder zu sehen und wir hatten so viel Spaß, dass wir Guayaquil fast um uns herum vergaßen. Umso mehr schwärmten wir von Galápagos, wo Emma auch bald hinfahren würde. Nach diesem freudigen Wiedersehen setzten wir uns nachmittags in den Bus und auf ging’s nach Puerto Lopez

So we decided to take the bus to the coast, back to the sea, the next afternoon. But before we met up with Emma whom we know from Hamburg and who is spending a year abroad in Guayaquil. We went to the colourful old town, walked along the Malecón, drank orange juice from huge cups and ate cake at Sweet and Coffee, a Starbucks like chain with loads of sweet and sticky tarts and tartlets. It was so nice to see Emma again after such a long time and we had so much fun that we almost forgot Guayaquil around us. All the more we talked about Galápagos where Emma would go soon as well. After this happy reunion we got on the bus and off we went to Puerto Lopez

IMG_2900 DSCN3352DSCN3351IMG_2899 IMG_2779 DSCN3336Ihr seht, selbst der schlimmste Aufenthalt kann zu einer Freude werden, ist man nur mit den richtigen Menschen umgeben!

You see, even the worst stay can get a real pleasure if you’re around the right people!

Have a great week! Jenny

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